Polimentvergoldung

Polimentvergoldung

Die Polimentvergoldung ist die komplexeste und handwerklich anspruchsvollste aller Blattvergoldungstechniken. Sie baut sich auf aus leimgebundenen Grundierungsschichten: der Leimtränke, der mehrlagigen Kreidegrundierung und dem anschließenden Polimentauftrag.

Poliment ist eine besonders aufbereitete Tonerde (Bolus), die dem Blattgold als unmittelbare Unterlage dient.

Um das mit dem Pinsel aufgelegte Blattgold zum Glänzen zu bringen, wird es nach einer Trockenzeit mit einem Achat-Stein zu Hochglanz poliert. Bei der Polimentmattvergoldung entfällt dieser Schritt, stattdessen haftet das Blattgold mittels schwacher Leimlösungen und wird damit auch mattiert.

Polimentvergoldungen können nur auf saugenden Untergründen, wie z.B. Holz oder Gips,  ausgeführt werden. Da diese Technik wasserempfindlich ist, ist sie nur für den Innenbereich geeignet.

Die Anfänge dieser edlen Vergoldungstechnik liegen im Alten Ägypten, dort sind Glanzvergoldungen seit ca. 2500 v. Chr. nachweisbar.

Als voll ausgereifte Technik wie wir sie heute kennen, ist dieses komplexe Verfahren spätestens seit dem Frühchristentum bekannt.

Bedeutsam wurde die Polimentvergoldung in der byzantinischen Ikonenmalerei. In der Tafelmalerei sind Goldgründe spätestens seit dem 12. Jhd. üblich.

Foto ©Ulrike Romeis

 


Bitte beachten Sie, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen

Diese Website ist durch hCaptcha geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von hCaptcha.